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Taubblind

Erste weltweit Taubblindendemo 2013 in berlinAm 4. Oktober war die erste weltweit Taubblindendemo in Berlin. Wir trafen uns am Bundeskanzleramt und gingen dann zum Platz der Republik.Schön war, dass ich viele taubblinde Freuden wiedertreffen konnte! Es waren viele Gehörlosen und Usher- Betroffene dabei und nur ein kleiner Teil taubblindeMenschen. Viele taubblinde Freunde konnten leider nicht an der DEMO teilnehmen, weil es immer wieder Begleitungsprobleme gibt. Es ist sehr schade, dasssie darum nicht dorthin mitkommen konnten. Die taubblinden Menschen und wahrscheinlich auch Usher- betroffenen Menschen trugen einen schwarzen Luftballonwie eine Kugelkette am Bein und eine Augenbinde. Das sollte demonstrieren, wie gefangen wir sind. Die sehenden Menschen und Assistenten begleiteten unsund so marschierten wir vom Platz der Republik zum Potsdamer Platz, oft langsam wie einen Trauermarsch. Am Potsdamer Platz sprachen dann einige Rednerzu uns. Schade, dass keine Politiker der Einladung folgten. Frau Merkel hatte eine Nachricht geschrieben, dass sie an uns denkt. Ich hätte Frau Merkelgern erzählt, wie das ist, wenn man nicht hören und nicht sehen kann. Ich hätte Ihr gern gesagte, wie dringend ich Assistenz brauche, weil ich nicht alleineeinkaufen und auf die Straße kann. Das ich ohne Assistenz am Leben in der Gesellschft nicht teilhaben kann. Immer muss ich warten, bis jemand zur Hilfekommt und an mancher Veranstaltung würde ich gern teilnehmen, aber ohne eine lormende Begleitung ist das nicht möglich. Ich war sehr erstaunt, dass esin einigen Ländern Assistenz für taubblinde Menschen gibt. Da ist es selbstverständlich und bei uns? Wir fuhren zur Demo, damit in Deutschland die Zieleder UN-Konvention endlich durchgesetzt werden und uns taubblinden Menschen Assistenz zugesprochen wird und wir das Merkzeichen "Taubblind" in unseren Ausweisbekommen. Nach der Demo waren unsere Hände vom Lormen und unsere Beine vom Stehen schlapp.Die erste weltweit Taubblindendemo war eine ganz wichtige Aufgabe und auch ein schönes Erlebnis. Danke an Herrn Delgado für die gute Organisation! In denlinks und rechts mitgeführten Seilen fühlten wir uns sicher.Leider müssen wir so viel Geduld haben und die Arbeit der Politiker geht zu langsam voran. Wenn die erste Taubblindendemo keinen Erfolg bringt, dann sollenwir sie wiederholen und kämpfen. Gerd Jeremies und Gabi Balog

dbsv-direkt Nr. 45-13 Taubblinden-Demo: „Deutschland ein Entwicklungsland“Von: Reiner Delgado04.10.13Rund 700 Menschen demonstrierten heute in Berlin weltweit erstmals für die Rechte taubblinder Menschen. In andächtiger Stille und an symbolische Eisenkugelngekettet, zogen sie vom Reichstag zum Potsdamer Platz und forderten, dass die Isolation taubblinder Menschen mit den dringend nötigen Hilfen aufgebrochenwird.Um auch ohne Hör- und Sehvermögen ein menschenwürdiges Leben führen zu können, brauchen Taubblinde Persönliche Assistenz, Dolmetschung, Reha-Angebote undHilfsmittel. Ein spezielles Merkzeichen im Behindertenausweis würde es erleichtern, solche Hilfen zu bekommen. Die werden den Betroffenen bisher weitgehendversagt.Zusammen mit ihren Forderungen übergaben taubblinde Menschen eine Eisenkugel mit Kette und eine Kerze mit der Aufschrift „Taubblinde in Isolationshaft“an das Kanzleramt. In einem Brief des Kanzleramtes zur Demo heißt es: „Die Bundeskanzlerin nimmt die Anliegen und Anregungen taubblinder Menschen sehrernst. [...] Mit einem eigenständigen Merkzeichen kann dokumentiert und ein Bewusstsein geschaffen werden, dass es sich bei Taubblindheit um eine Behinderungeigener Art handelt. Auch zu einer besseren Sensibilisierung bei den Ansprechpartnern in den Behörden wird ein Merkzeichen beitragen. Das Bundesministeriumfür Arbeit und Soziales wird deshalb die Gespräche dazu mit den Ländern fortsetzen.“Dieter Zelle von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Taubblinden (BAT) sprach in eindringlichen Gebärden: „Wollen wir weiter gefangen bleiben? Nein, nein,nein! Wir machen die weltweit erste Taubblindendemonstration. Ist das ein Grund, stolz zu sein? Nein, es ist eine Blamage! Deutschland ist reich, aberwas Assistenz für uns angeht, sind wir ein Entwicklungsland.“Für Irmgard Reichstein von der Stiftung Taubblind Leben ist es menschenrechtswidrig, wie taubblinde Menschen in Deutschland leben müssen: „Wir fordern,dass der tägliche Verstoß gegen die Grundrechte und gegen die UN-Konvention zu den Rechten von Menschen mit Behinderung schnellstens abgestellt wird.“Katrin Dinges, die für den DBSV im Gemeinsamen Fachausschuss hörsehbehindert / taubblind (GFTB) mitarbeitet, berichtete aus ihrem Alltag: „Ich fühle michausgeschlossen, weil Taubblindheit praktisch nicht bekannt ist. In anderen Ländern ist längst anerkannt, dass ich auch mit geringem Hörrest schon Bedarfwie eine Taubblinde habe. Hier werde ich aber meist nur als Blinde behandelt.“Die Präsidentin der Europäischen Taubblindenunion, Sanja Tarcazay, kam extra aus Kroatien und rief den Teilnehmern zu: „Ihr seid nicht allein! Sogar inKroatien bekommen wir Persönliche Assistenz. Das muss in Deutschland auch so werden.“Bisher ist die Einführung des Merkzeichens an bürokratischen und parteipolitischen Hürden gescheitert. Mit der heutigen Demonstration haben taubblindeMenschen gezeigt, dass sie sich nicht abwimmeln lassen, dass die Politik weiter gefordert ist und handeln muss.

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